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TOSCA-Premiere

Bis 4. August - großartige Stimmen, fesselnde Musik und Drama pur auf der Burg Gars

Am 12. Juli feierte Intendant Dr. Johannes Wildner die Premiere der Oper TOSCA in der Babenbergerburg Gars. In seiner fünften Spielzeit als Intendant der OPER BURG GARS hat Wildner ein hochkarätiges Ensemble international renommierter Solistinnen und Solisten zusammengestellt. Bis 4. August herrschen nun großartige Stimmen, fesselnde Musik und Drama pur über die tausend Jahre alten Mauern der Burg Gars.

Das Ensemble wird von der bezaubernden Sopranistin Lada Kyssy angeführt, die unter anderem als Violetta (La Traviata) und Mimì (La Bohème) bereits bei den Tiroler Festspielen Erl brillierte. Die Preisträgerin des renommierten Zandonai Wettbewerbs ist als Tosca heuer erstmals in Gars zu erleben. An ihrer Seite glänzt der großartige Tenor Oscar Marín als Cavaradossi. Marín ist geradezu ein Garser Urgestein. Er zog bereits 2015 als Don Carlo und 2016 als Cassio in Otello die Sympathien der Opernbesucher auf sich.

Den skrupellosen Polizeichef Scarpia gibt der ungarische Bariton Michele Kalmandy, der an den bedeutendsten Opernhäusern auf der ganzen Welt überzeugte. Daneben begeistern unter anderem Kammersänger Benedikt Kobel und Marcus Pelz – die Publikumslieblinge aus der Wiener Staatsoper. Für die Inszenierung zeichnet das Regie-Duo Wolfgang Gratschmaier und Stephanie Schimmer verantwortlich.

Die offizielle Eröffnung der Opernspielzeit 2018 nahm NÖ-Landesrat DI Ludwig Schleritzko vor. Unter den weiteren Ehrengästen des Premieren-Abends waren unter anderem Ulrike Königsberger-Ludwig (Landesrätin), Mag. Johannes Kranner (Bezirkshauptmann Horn), Mag. Stefan Grusch (Bezirkshauptmann Gmünd), Prof. Dr. Günther Ofner (Vorstandsdirektor Flughafen Wien AG), Schriftsteller Leo Mazakarini oder Christa Kummer.

Unmittelbar nach den Eröffnungsansprachen bestimmte die verhängnisvolle Verstrickung von Politik und privaten Schicksalen – Politische Verfolgung, Folter, Erpressung, Intrige, Liebe, Eifersucht und Mord – das Bühnengeschehen auf der Burg Gars. Das Drama um Floria Tosca und ihren Geliebten Mario Cavaradossi, der zum Spielball des skrupellosen Polizeichefs Scarpia wird, berührt und fasziniert seit fast 120 Jahren. TOSCA, benannt nach der im Mittelpunkt stehenden Diva, ist nicht nur bis heute DAS Musikdrama schlechthin, sondern gilt mit der hinreißenden Musik von Giacomo Puccini als das Urbild von Filmmusik. Mit der 1900 uraufgeführten Oper TOSCA eröffnete Puccini das 20. Jahrhundert.

Mit Wolfgang Gratschmaier und Stephanie Schimmer konnte ein Regie-Duo für TOSCA gewonnen werden, das sich ideal ergänzt und aus unterschiedlichen Perspektiven und Herangehensweisen einen feinsinnigen Gemeinschaftsblick auf Puccinis Werk auf die Bühne gebracht hat. Gratschmaier sorgte erst jüngst für Furore mit einer Aufsehen erregenden Version von Mozarts Figaro mit der Orchester- und Opernakademie der Wiener Philharmoniker. Die junge Regisseurin und ehemalige Leistungsfechterin Stephanie Schimmer ist seit 2014 künstlerische Leiterin sowie Dramaturgin und Hausautorin der Comödie Fürth bei Nürnberg in Deutschland.

Ein ganz besonderes Bühnenbild-Element in der Garser TOSCA ist das überdimensionale Leichentuch des Scarpia. Dieses blutverschmierte Tuch symbolisiert das Blut seiner Opfer, die er als Polizeiorgan eines Terrorregimes auf dem Gewissen hat. Es wurde auf Initiative von Stephanie Schimmer in einer gemeinsamen Farb-Schüttaktion von der Garser Bevölkerung und KünstlerInnen der OPER BURG GARS auf der Kampbrücke zwischen Gars und Thunau gestaltet. „Dieses 200 m2 große Tuch ist ein doppeltes Symbol – einerseits im Stück für den Kampf der Menschen um Freiheit, andererseits für die breite Unterstützung und die Identifikation der Menschen in Gars mit der Oper in der Babenbergerburg.“, zeigt sich Intendant Wildner begeistert.

Dr. Johannes Wildner feiert mit TOSCA das Fünf-Jahres-Jubiläum seiner Intendanz in Gars am Kamp. Mit Puccinis Meisterwerk möchte Wildner, der neben seiner künstlerischen Laufbahn seit 2014 auch Professor für Dirigieren an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien ist, den erfolgreichen Weg der letzten Jahre weiter fortsetzen. Die Burg selbst und das Bühnen-Gesamterlebnis stehen dabei ganz im Vordergrund: „Kein lautes Spektakel, das einen anspringt, sondern eher eine mystische Erlebniswelt, die einen in ihren Bann zieht.“, beschreibt Wildner ein Charakteristikum der ‚Garser Oper‘.
Für die wirtschaftlichen Belange der TOSCA-Produktion zeichnet nach dem Rückzug von Rudolf Berger nunmehr interimistisch Peter Schneyder als Geschäftsführer der Burg Gars GmbH verantwortlich. Der Wiener Unternehmer, der Musik studiert hat und lange im Kulturmanagement tätig war, hat sich bereit erklärt, alle Veranstaltungen bis September organisatorisch zu betreuen.

Fotos: © Reinhard Podolsky